Es gibt ja die lustigsten Dinge hier in Berlin und eigentlich ist alles so absurd, dass man sich schon nach wenigen Wochen kaum noch nach etwas umsieht und diese Stadt Stadt sein lässt. Dann aber gibt es Dinge, die fallen dann doch selbst dem Apathischsten auf, wenn er wiedermal durch die Straßen schlurft um den Tag herumzubekommen. Kreuzburger auf der Oranienstraße ist so ein Ding, das sich zuerst von allein und später dann durch Mundpropaganda in den Köpfen der Berliner Hipster festgesetzt hat. Und zwar aus gutem Grund. Weil‘s einfach lecker ist. Eben nicht so wie diese absonderliche Idee, gefrorenen bio-veganen Joghurt zu Fantasiepreisen zu verkaufen. Und wer glaubt, dass diese bunten Toppings auch bio-vegan seien, der täuscht sich, denn diese Farben sind nicht natürlichen Ursprungs.
Zurück zu den Burgern, die sehen gut aus und schmecken gut. Da kommt keiner auf die Idee nach gesund oder nachhaltig zu fragen. Denn Burger sind fett und haben auch gefälligst fett zu sein! (Im übertragenen Sinne mehr als im ernährungstechnischen!) Nun ja, jedenfalls kann man diese fetten Burger auch vom Lieferservice Berlin bekommen, dort bestellt der moderne City-Slacker sein Essen. Na klar, denn wenn das Smartphone fast wichtiger ist als das ordnungsgemäße Anlegen der Kleidung, kann man sich auch in keinem Supermarkt mehr blicken lassen und belagert so die Lieferservices der Stadt. Ein Glück, dass es diesen einen besonderen Lieferservice gibt, wo sich alles wie von Geisterhand gesteuert zum Besten wendet. Nicht mal aufstehen muss man mehr oder mit Menschen kommunizieren, wenn es ans Essen bestellen geht. Leg ich euch jetzt mal ans Herz, weil ich hier immer zufrieden war…
Beim Kreuzburger kann man sich auch hinsetzen, genießen, die Parade der der Menschen beobachten und die Lust am Glotzen zelebrieren. Dann ist Berlin wieder dieser seltsame Kosmos aus Absurditäten und Alltäglichem. Ein Ort, wie es ihn nicht nochmal gibt.
© Foto by Enrica Archivell/Flickr
